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Glückspielverhalten

Ein Mann beim Onlineglücksspiel © audioundwerbung / iStock

Der Begriff »Sucht« definiert sich nicht ausschließlich über das konsumieren von Substanzen. Zu den sogenannten »stoffungebundenen Störungen« zählt auch das pathologische Glückspiel (umganggsprachlich auch »Glückspielsucht«), welche zu einer hohen Verschuldung, dem Verlust von Freunden und Familie sowie zu psychischen Erkrankungen der Betroffenen führen kann.

Teilnahme an irgendeinem Glücksspiel nach Alter und Geschlecht in Deutschland im Jahr 2017 (12-Monatsprävalenz).
Teilnahme an irgendeinem Glücksspiel nach Alter und Geschlecht in Deutschland im Jahr 2017 (12-Monatsprävalenz).  © 3. Sächsischer Drogen- und Suchtbericht

Im Jahr 2017 hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine repräsentative Befragung zum Glückspielverhalten in Deutschland durchgeführt sowie damit zusammenhängende Einstellungen und Probleme in der Bevölkerung untersucht.

Deutschlandweit berichteten 37,3 % der 16- bis 70-jährigen Bevölkerung in den letzten 12 Monaten an irgendeinem Glücksspiel teilgenommen zu haben. Die 12-Monats-Prävalenz war im Jahr 2017 bei Männern in jeder Altersgruppe höher als bei Frauen. Der Anteil der Personen, die mindestens ein Spiel in den letzten 12 Monaten vor der Befragung gespielt haben, war in der Altersgruppe der 56- bis 70-Jährigen am höchsten.

Trend der Teilnahme an irgendeinem Glücksspiel nach Geschlecht in Deutschland, 2007-2017.
Trend der Teilnahme an irgendeinem Glücksspiel nach Geschlecht in Deutschland, 2007-2017.  © 3. Sächsischer Drogen- und Suchtbericht

Die Anzahl der Personen, die in Deutschland in den letzten 12 Monaten an irgendeinem Glücksspiel teilgenommen haben, ist zwischen den Jahren 2007 und 2017 zurückgegangen und war in den Jahren 2015 und 2017 am niedrigsten (37,3 %). Die Anteile männlicher und weiblicher Teilnehmer an einem Glücksspiel zeigte zwischen den Jahren 2007 und 2017 ähnliche Verläufe.

Im Jahr 2017 ließen sich gemäß dem South Oaks Gambling Screen (SOGS) 3,7 % der Befragten als auffällig Glücksspielende einordnen. Der Anteil der problematisch Glücksspielenden betrug 0,6 %. Die Prävalenz der pathologisch Glücksspielenden lag in der 16- bis 70-jährigen Bevölkerung bei 0,3 %. Die Prävalenz der auffällig Glücksspielenden hat im Vergleich zu 2009 (5,8 %) abgenommen (2017: 3,7 %). Die Prävalenzen des problematischen Glücksspielens schwankten zwischen den Jahren 2009 und 2017 zwischen 0,4 % und 0,6 %. Der Anteil der pathologisch Glücksspielenden hat nach einem Anstieg im Jahr 2013 wieder abgenommen.

Glücksspielverhalten nach dem South Oaks Gambling Screen (SOGS) bei 16- bis 70-Jährigen, 2009-2017. (Quelle: Glücksspielsurvey 2017 der BZgA):

Jahr

aufälliges
Glückspielverhalten

problematisches
Glückspielverhalten
pathologisches
Glückspielverhalten
2009

5,8

0,6 0,5
2011 5,5 0,5 0,5
2013 4,1 0,7 0,8
2015 4,4 0,4 0,4
2017 3,7 0,6 0,3
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